Montag, 23. Juli 2018

Unser Projekt des Jahres 2018

Bewohnt über mehr als 10.000 Jahre – und doch fast vergessen – Die Wirbeltierfundstelle Pisede in der Mecklenburger Schweiz

In den Jahren 1968 bis 1971 fanden in vier Grabungs-Kampagnen in einem heute kaum mehr vorstellbaren Umfang an einem fossilen Tierbautensystem in Pisede nahe Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) statt. In diesem Jahr jährt sich der Beginn der Arbeiten zum 50. Mal. Dieses Jubiläum bietet den Anlass, die damaligen Leistungen zu würdigen, aus heutiger Sicht zu reflektieren und durch neue Arbeiten einige der seinerzeit offengebliebenen Fragestellungen vielleicht doch noch zu beantworten.

Es handelt sich bei der Fundstelle um ein großflächiges Bautensystem welches (so konnte im Verlauf der Untersuchungen ermittelt werden), nahezu ununterbrochen vom Eisfreiwerden bis in die Neuzeit von unterschiedlichen Bewohnern genutzt wurde. Es fanden sich sowohl (spät-) pleistozäne als auch holozäne Faunenelemente. Dies macht die Fundstelle bislang einzigartig für das norddeutsche Vereisungsgebiet. Es wurden z.B. 64 Wirbeltierarten nachgewiesen. Einige davon mit großen Individuen-Anzahlen:

  • Überreste von ca. 160.000 Amphibien-Individuen (darunter 83.096 Erdkröten Individuen)
  • Überreste von ca. 17.000 Nagetier-Individuen (darunter 10.775 Feld- und Erdmaus-Individuen)

Die Grabungen erfolgten unter der Leitung von Dr. Wolf Dieter Heinrich, dem langjährigen Kurator der paläontologischen Wirbeltiersammlung am Museum für Naturkunde Berlin (MfN). Die Arbeiten führten ca. 50 Wissenschaftler aus den verschiedensten Disziplinen zusammen. Es wurde –erstmalig in der Paläontologie der DDR- mit archäologischen Grabungsmethoden gearbeitet. Auch wurden von einem Team um Alexander Georg Cepek umfangreiche quartärgeologische, geschiebekundliche und stratigraphische Untersuchungen durchgeführt. Es entstanden etliche Publikationen von erheblichem Umfang, auf die immer noch zurückgegriffen wird, wenn es um Fragen des Faunenschnitts und der Klimaentwicklung am Übergang zwischen Quartär und Holozän, insbesondere jedoch innerhalb der einzelnen Phasen des Holozäns, geht. Auch heute noch lagern über 300.000 Einzel-Fundstücke aus dieser Grabung in den Magazinen des MfN.

Nun ist nach 2 jähriger Vorbereitung die Zeit gekommen, einige der seinerzeit nicht abschließend zu klärenden Fragen noch einmal neu zu stellen und diesen mit aktuellen Methoden zu Leibe zu rücken. Im Fokus stehen dabei Datierungsarbeiten vor Ort, um den Wissenschaftlern des Museums für Naturkunde so die Möglichkeit zu geben, an Hand der vorliegenden Funde eine Populationshistorie für verschiedene Wirbeltier-Arten aufzustellen. Der Förderverein unterstützt diese Arbeiten in den kommenden Wochen mit bis zu 9.000 €. Dabei handelt es sich um ein gemeinschaftliches Projekt mehrerer Fördervereine, der Universität Greifswald, des Naturparkes Mecklenburger Schweiz und Kummerower See, des Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern und natürlich des Museums für Naturkunde Berlin.

Das Projekt hat bereits in der Vorbereitungsphase einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen und den „Sprung“ in die regionale Tagespresse geschafft. Siehe unter: https://www.nordkurier.de/mecklenburgische-schweiz/dachs-familie-sorgt-fuer-knochenfund-sensation-0532230806.html?page=0%2C1
Der im Original mehrseitige Artikel kann per Email beim Vorstand bezogen werden.

Wie auf der Jahreshauptversammlung vorgeschlagen bietet der Förderverein seinen Mitgliedern, aber auch weiteren Interessierten, am 15.09. im Rahmen einer Tagesexkursion die Gelegenheit zum Besuch der Grabungsstelle und zum Austausch mit den beteiligten Fachleuten. Bis zum 20.08. besteht die Möglichkeit sich für die Teilnahme zu registrieren. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 24 die Maximalzahl 44. Für Mitglieder des Fördervereins ist die Teilnahme kostenfrei, Nichtmitglieder zahlen 45,00 Euro.


Fachgruppe Mineralogie/Geologie am Museum für Naturkunde
Fachexkusion Süd-Schweden

Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland
30. April bis 6. Mai 2018

Laden Sie sich folgendes Faltblatt herunter und informieren sich über das Programm, Logistik, Hinweise und Anmeldung.

PDF zum Download


Jahreshauptversammlung

Montag, 23. April 2018 17.30 Uhr im Hörsaal 8 Tagesordnung

  • Begrüßung der Vereinsmitglieder
  • Rechenschaftsbericht des Vorstandes
  • Rechenschaftsbericht des Schatzmeisters
  • Rechenschaftsbericht des Kassenprüfers, Entlastung des Vorstandes für 2017
  • Wahl eines neuen Vorstandes und eines Kassenprüfers (sollte es nicht gelingen, die neuen Arbeits- und Vertretungsgremien des Vereins zu wählen, beschließt die Versammlung die satzungsgemäße Auflösung des Vereins zum 31.12.2018)
  • Kurze Zusammenfassung des Standes der Aussprache zwischen Museum und Förderverein auf der Grundlage des gemeinsamen Workshops im Oktober 2017
  • Diskussion zur weiteren Klärung des Selbstverständnisses des Fördervereins
  • Vorstellung des Hauses über Projekte die 2018 vom Förderverein finanziell gefördert werden könnten
  • Sonstiges.

Die Versammlung wird einen neuen Vorstand und einen neuen Rechnungsprüfer wählen. Mitglieder, die Interesse haben, hier aktiv tätig zu werden melden sich bitte im Sekretariat unter This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it oder telefonisch unter (030) 42 80 65 74


Das ideale Geschenk

Die individuelle Geschenkmitgliedschaft im Förderverein des Museums für Naturkunde

Ein Jahr Mitgliedschaft
für Ihre Angehörigen und Freunde
mit einem Beitrag von 100 Euro.

Inhalt des Geschenksets
  • Individueller Jahrsausweis
  • 150 Jahre Entdeckung des Urvogels ARCHAEOPTERYX – ZEUGE DER EVOLUTION Münze, Stempelglanz 2011
  • Sondermarke des Archaeopteryx der Deutschen Bundespost 2011
Leistungen
  • Kostenloser Eintritt im Museum für Naturkunde in Berlin
  • Freier Eintritt zu ausgewiesenen Veranstaltungen des Museums
  • Zusendung von Informationsmaterial und Einladungen zu allen Veranstaltungen
  • Zugang zu den Fachbibliotheken des Hauses.

Ihr Beitrag wird zur Unterstützung von Projekten des Museums für Naturkunde verwendet.

Das Geschenkset wird individuell im Sekretariat des Fördervereins zusammengestellt.